GRUNDLAGEN

ENERGIESPARENDEN BAUENS

1 Bedeutung energiesparenden Bauens

Energiesparendes Bauen umfasst

. die Verringerung des Wärmebedarfs von Gebäuden und

. die Bereitstellung der für den reduzierten Bedarf benötigten Warme mit besonders energieeffizienten technischen Systemen.

Energiesparendes Bauen hat eine große Bedeutung für die Schonung der Energieressourcen, die Minderung der Emissionen und die Verringerung der Gefahr von Klimaveränderungen. Dies wird aus folgenden Zusammenhangen deutlich:

- Beim Energieverbrauch in Wohngebäuden spielt der Anteil der Wärmeenergie die entscheidende Rolle: 86 % des Endenergieverbrauchs privater Haushalte entfallen auf die Heizung und das Warmwasser, Der Anteil für Hausgeräte und Licht ist wesentlich geringer als vielfach vermutet.

- Auch bezogen auf den gesamten Energieverbrauch in Deutschland hat die für Heizzwecke in den privaten Haushalten benötigte Energie einen erheblichen Anteil: Mit 26 % ist er fast so hoch wie der des gesamten Verkehrs.

-Im Vergleich zum Energiebedarf für die Industrie, den Verkehr und die Stromerzeugung besteht bei der Wärmeversorgung von Gebäuden ein relativ leicht zu erschließendes großes Einsparpotential: Zum Beispiel kann mit der Niedrigenergiebauweise der Heizenergieverbrauch auf weniger als ein Drittel des durchschnittlichen Verbrauchs im älteren Wohnhausbestand verringert werden.

- Auch im Gebäudebestand kann durch die Kopplung von ohnehin notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen mit einer Verbesserung des Wärmeschutzes und dem Einsatz effizienterer Wärmebereitstellungstechniken eine weitgehende Senkung des Heizenergieverbrauchs bei wirtschaftlich vertretbaren Kosten erzielt werden.

- Für die Nutzung dieses großen Einsparpotentials stehen bewahrte Baustoffe und ausgereifte Techniken zur Verfugung.

Außer der Bedeutung energiesparender Gebäude für die Schonung der Brennstoffreserven und der Umwelt bieten diese für ihre Eigner und Bewohner weitere Vorteile:

- Wirtschaftliche Planungssicherheit, da Belastungen durch weiter steigende Energiepreise deutlich geringer ausfallen und in den nächsten 15 bis 30 Jahren keine zusätzlichen Investitionen für eine Verbesserung der Anlagentechnik und des Wärmeschutzes aufgebracht werden müssen.

- Kurze Amortisationszeiten der Mehraufwendungen im Vergleich zu nachträglichen, viel aufwändigeren Verbesserungen.

- Erhöhung des Gebäude-Marktwerts durch über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehende Energiesparmaßnahmen.

- Verbesserter Wohnkomfort durch

• größere thermische Behaglichkeit aufgrund höherer raumseitiger Temperaturen der Außenbauteile wahrend der Heizzeit,

 • sehr gute Raumlufthygiene bei Einsatz einer mechanischen Be- und Entlüftung,

• Vermeidung von Feuchtschäden (Schimmelbildung)

aufgrund reduzierter Wärmebrücken und geringerer Luftundichtheiten sowie bedarfsangepasster Lüftung.

Durch energiesparendes Bauen beim Neubau und bei der Modernisierung des Gebäudebestands können alle am Bau Beteiligten einen gewichtigen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt und zur Erhöhung des Wohnwerts leisten.

 

Zitat aus:
RWE Bau-Handbuch (13. Ausgabe)
VWEW Energieverlag GmbH

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