LUFTDICHTHEIT DER GEBÄUDEHÜLLE


Mit der schrittweisen Verbesserung des baulichen Wärmeschutzes
wurde der Anteil der Lüftungswärmeverluste
an den gesamten Wärmeverlusten immer größer.
Das Augenmerk der für die Energieeinsparverordnung
(EnEV) zuständigen Fachleute im Bundesbauministerium
richtete sich deshalb ebenso wie das von Energieberatern
zunehmend darauf, auch die Lüftungswärmeverluste
zu verringern, unter anderem durch eine dichtere Bauweise.
Aber auch unter Bausachverständigen gewinnt
das Thema Luftdichtheit an Interesse, sind doch Fehler in
der luftdichten Gebäudehülle immer wieder die Ursache
für Schimmelschäden oder störende Zugluft und damit
letztendlich auch Anlass zu gerichtlichen Auseinandersetzungen
über Baumängel.

Welchen Stellenwert das Thema Luftdichtheit heute hat,
zeigt sich nicht zuletzt an der Gründung des Fachverbandes
Luftdichtheit im Bauwesen (FLiB) im Jahr 2000.

Ein Luftaustausch zwischen innen und außen ist zweifellos
notwendig. Nur so kann die beim Kochen, Duschen,
Wäschewaschen usw. in die Luft gebrachte Feuchtigkeit
aus dem Haus befördert werden. Das Kohlendioxid aus
der ausgeatmeten Luft, Gerüche, Tabakrauch und die
Ausdünstungen aus Farben, Bodenbelägen und Möbeln
werden dabei ebenfalls reduziert.

Der Luftaustausch muss über geöffnete Fenster oder
mechanische Lüftungsanlagen erfolgen; die Fugen in der
Gebäudehülle reichen normalerweise nicht aus. Nur bei
extrem undichten Häusern käme auch bei windstillem
und mäßig kaltem Wetter allein durch Fugenlüftung der
notwendige Luftaustausch zustande. Die Bewohner
eines so undichten Hauses hätten aber bei windigem
Wetter unter erheblichen Zugerscheinungen zu leiden.

 

Zitat aus:
RWE Bau-Handbuch (13. Ausgabe)
VWEW Energieverlag GmbH

 

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