Messung der Luftdurchlässigkeit


Messverfahren
In der Baupraxis spielte in Deutschland das Problem der
luftdichten Ausführung der Gebäudehülle bis vor wenigen
Jahren nur eine untergeordnete Rolle. In Nordamerika
und Skandinavien beschäftigte man sich dagegen im
Zusammenhang mit der dort weit verbreiteten Holzleichtbauweise
seit Ende der siebziger Jahre intensiv mit dieser Thematik.
Dort wurde ein praxistaugliches Messverfahren
für die Luftdurchlässigkeit entwickelt, das nun seit einigen
Jahren auch in Deutschland angewandt wird.

Seit Frühjahr 2001 ist das Verfahren durch die Norm
DIN EN 13829 [2] in Europa standardisiert. Die wenigen
in der Norm nicht geklärten Fragen regelt ein vom FLiB
erarbeitetes Beiblatt zur DIN EN 13829.

Zur Messung der Luftdurchlässigkeit nach dem heute
üblichen „Blower-Door-Messverfahren“ wird im Gebäudeinneren
mit Hilfe eines drehzahlgeregelten Ventilators,
der in einen Tür- oder Fensterrahmen eingebaut
wird, eine definierte Druckdifferenz zur Außenluft erzeugt.
Der vom Ventilator geförderte Volumenstrom
ist dann genauso groß wie der Gesamtvolumenstrom
durch alle Leckagen und damit ein Maß für die
Luftdurchlässigkeit bzw. Luftdichtheit der Gebäudehülle.
Er wird Leckagestrom genannt.

Luftwechselrate bei 50 Pascal
Die wichtigste Kenngröße zur Beschreibung der Luftundichtheit
ist die Luftwechselrate bei 50 Pascal (Pa),
abgekürzt n50. Sie ergibt sich durch Division des bei 50
Pa Druckdifferenz ermittelten Leckagestroms 50 durch
das untersuchte Innenvolumen V des Gebäudes bzw. des
jeweiligen abgeschlossenen Gebäudeteils (z. B. Wohnung).

 

Zitat aus:
RWE Bau-Handbuch (13. Ausgabe)
VWEW Energieverlag GmbH

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